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Selbst wenn es Winter ist: Stell Dir vor, es ist Sommer, das Wetter perfekt.
Du hattest einen guten Tag, sitzt auf Deiner Terrasse und die Blumen blühen
genau so, wie Du es Dir immer vorgestellt hast. Was
möchtest Du an so einem Tag essen, um ihn noch perfekter und Dich
noch zufriedener zu machen? Genau, diese wunderbaren mediterranen Antipasti,
dazu einen kalten Rosé. Das wär’s…
Für solch eine Gelegenheit ist Paprika mit Knoblauch
eine ganz besonders leckere Variante. Dazu bedarf es einiger Vorbereitung.
Man braucht Paprika, am besten dickfleischige rote. Die kommen so, wie
sie sind, auf einer Alufolie mit dem Backblech in den Ofen. Die Paprika
müssen jetzt 20 bis 30 Minuten bei ziemlich großer Hitze (220-250
Grad) im Ofen bleiben, dabei ab und zu umgedreht werden. Die Haut soll
dabei schließlich Blasen schlagen, dann ist die Paprika weich. Bitte
darauf achten, dass die Haut nicht schwarz wird, denn das sieht man nachher
auch auf dem Fruchtfleisch.
Die Schoten müssen unter Luftabschluss abkühlen. Dazu werden
die teuflisch heißen Paprikaschoten vorsichtig in eine Schüssel
gelegt und Klarsichtfolie darüber gespannt. Ein gut verschlossener
Gefrierbeutel tut es auch.
Sind die Schoten abgekühlt, müssen sie enthäutet und von
Kernen und Trennwänden befreit werden. Das
geht zwar einfach, ist aber phasenweise wenig ansehnlich. Das sollte uns
aber nicht weiter stören, denn jetzt kommt das Finale: Die so vorbereiteten
Paprikateile werden in etwa 2 bis 3 cm breite ordentliche Streifen geschnitten
und portionsweise hübsch sternförmig auf einem großen
Teller angeordnet. Dazwischen und im Zentrum kann man zur Auflockerung
jeweils ein Tomatenachtel (von mir aus auch Tomatensechstel) drapieren.
Auf die so angeordneten Paprikastreifen kommen nun reichlich dünn
gehobelte Knoblauchscheibchen. Der verwendete Knoblauch
sollte möglichst frisch sein, im Idealfall aus dem eigenen Garten.
Zum Hobeln nimmt der Snob einen Trüffelhobel, der Minimalist ein
scharfes Messer.
Wer hat, holt einen praktischen Knoblauch-Hobel hervor. Wichtig ist, Knoblauch
reichlich zu verwenden. (Wem das nicht passt, der wird zu diesem Essen
nicht mehr eingeladen...)
Damit ist das wunderbare Sommergericht schon fast fertig, denn alles
andere kann man den Essern überlassen. Man
braucht einen guten Aceto
balsamico, Salz
und Pfeffer
und natürlich ein vorzügliches Olivenöl. Damit würzt
man in der angegebenen Reihenfolge, d.h. das Öl kommt in jedem Fall
zuletzt. Ruhig mutig würzen und ganz besonders verschwenderisch mit
dem Olivenöl umgehen. Dazu gibt es ein frisch aufgebackenes Pitabrot,
damit wird auch der letzte Rest der köstlichen Essig-Öl-Mischung
vom Teller aufgewischt.
Dieses Gericht ist gut als Vorspeise, z.B. für Saltimbocca,
aber auch als kleines sommerliches Hauptgericht. Eine große Paprikaschote
pro Person sollte man mindestens einkalkulieren. Der Abwechslung halber
kann man auch ein paar Parmesanspänchen darüber hobeln oder
auch einen frischen, blättrig geschnittenen Champignon dazugeben.
Die abgezogenen Schoten halten sich übrigens im Kühlschrank
mehrere Tage, wenn man sie in einer Schüssel übereinander stapelt
und mit etwas Öl bedeckt. Das ist praktisch, denn so zubereitete
Paprika sind vielseitig einsetzbar, z.B. für eine schnelle Pastasauce,
Ratatouille
oder für Rouille.
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