Minze: Beet & Balkon

 

Über Minzen berichtet bildhaft und zutreffend der Autor Jürgen Dahl: „Sie haben lange Beine und sind immer schon ein Stück weiter als da, wo man sie erwartet und wo man sie haben möchte.“ Wo sie ihren bevorzugten lockeren, humosen, mäßig kalkigen, nährstoffreichen Boden mit guter Wasserversorgung antreffen, begeben Minzen sich eben auf Wanderschaft.

Nun kann der umsichtige Gärtner natürlich auf die rettende Idee kommen, Wurzelsperren zu errichten. Na ja, versuchen kann man es ja. Doch oft wird sich herausstellen, dass sie nicht zum gewünschten dauerhaften Riesen-Apfelminze: Mentha spec. 'Hollandia'Erfolg führen, gibt es doch ungemein starkwüchsige Minzearten und -sorten (z.B. die Riesen-Apfelminze), die ihre Wurzeln gut und gerne 30 bis 40 cm tief ins Erdreich tauchen können. Auch Minzen in eingesenkte Kübel mit offenem Boden zu pflanzen ist relativ aufwändig, und selbst das funktioniert leider nicht immer zuverlässig. Zu ausgeprägt ist der Minze Wanderlust.

Wie wäre es also, ausreichend Platz vorausgesetzt, aus der Not eine Tugend zu machen und einen Minzepfad anzulegen, an dem die Minzen munter durcheinander wachsen können? Grenzt dieser Pfad an eine Ananas-Minze: Mentha suaveolens 'Variegata'Rasenfläche, kann man der duftenden Pracht auch mit dem Rasenmäher zu Leibe rücken. Vielleicht findet sich allerdings auch ein abgelegenes Gartenstück, in dem die Minzen sich ausbreiten dürfen, ohne andere Pflanzen zu überwuchern.

Ich gestehe, dass ich meine etwa 15 Minze-Sorten in Kästen und Töpfen beherberge. Fast alle Minzen lassen sich so kultivieren – vorausgesetzt, man spendiert ihnen einen ausreichend großen Topf, der durchaus flach sein darf. Wer jedoch länger Freude an seinen Kübel-Minzen haben möchte, sollte sie jedes Jahr, spätestens jedes zweite Jahr, in frische humose Erde pflanzen, denn sonst verkahlen sie von der Mitte her. Minzen lieben und brauchen Wärme, um ihr Aroma zu entfalten. Pralle Sonne mögen sie jedoch nicht. Ein nur stundenweise besonnter Platz im Halbschatten ist ideal. Zu reichliche Düngung schadet dem Aroma. Minzen sind in Aussehen und Geschmack sehr stark von ihrem Standort abhängig.

Silberlaubige Schönheit: Mentha longifolia 'Buddeleia'Blühende Triebe rauben der Minze das Öl, deshalb sollte man kräftig ernten. Am besten ernten Sie morgens, wenn die Blätter abgetrocknet sind. Bis zu drei Schnitte pro Jahr sind möglich. Viele Minzen sind sehr attraktiv, die Blüten eignen sich wunderbar für Duftsträuße. Getrocknet verleihen die Blütenähren Potpourris Duft und Farbe. Hier sind viele Kombinationen mit anderen duftenden Blüten denkbar. Lesen Sie weiter...

   
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