Salbei: Gesund & Gut

 


Salvia lavandulifolia Salbei gilt als die „Mutter aller Heilpflanzen“. Keine medizinische Schule, keine Kultur, die seine Heilkraft nicht preist. Viele gängige Zitate, inzwischen oft zu Sprichwörtern geworden, zeugen davon. Salbei gilt als Geheimwaffe gegen Zipperlein von A bis Z, von Atemlosigkeit und Angina bis Zahnfleischentzündung. Viele der in der Volksmedizin beschriebenen Wirkungen konnten inzwischen mit den Methoden der modernen Wissenschaft nachgewiesen werden.

Salbei wirkt krampflösend, entzündungshemmend, astringierend (zusammenziehend), schweißhemmend, bakteriostatisch und pilztötend. In einigen Kulturen sagt man Salbei die Kraft nach, den Geist von störenden Emotionen zu befreien und Ruhe und Klarheit zu schenken. Was will man mehr?

„Medizin muss bitter schmecken!“

Salbei getrocknetWer Salbei aufbewahren möchte, pflückt die Blätter und Triebe am Nachmittag eines schönen sonnigen Tages und trocknet diese an einem schattigen Ort. Daraus kann man dann später scheußlich bitteren Tee gegen Erkältungen und Halsschmerzen, gegen Magen- und Darmbeschwerden oder gegen übermäßige Schweißsekretion kochen. Wer den Tee nicht trinken mag, kann sich oder seine Schweißfüße darin baden oder ihn als Haarspülung benutzen. Teekompressen unterstützen die Wundheilung.

Weil ich Salbeitee nicht mag, bevorzuge ich Salbei-Wein: SalbeiweinDazu Salbei leicht angewelkt klein schneiden und 10 bis 14 Tage in Wein ziehen lassen. Auch wer nur trockene Weine trinkt, sollte ausnahmsweise die Verwendung eines Süßweins in Erwägung ziehen. Dann abgießen und den so entstandenen Salbei-Wein kühl und dunkel aufbewahren – wie unsere Ahnen: Für schlechte Zeiten. Bei Bedarf nimmt man ca. drei Esslöffel (nicht Gläser!) pro Tag. Das kann nicht nur bei Erkältungen und sonstigem Unwohlsein die Heilung befördern, sondern auch bei Wechseljahresbeschwerden Linderung bringen.

Wichtiger Hinweis: Salbei-Wein ist kein Nahrungs- oder Genussmittel, sondern Medizin. Von einer dauerhaften Anwendung, insbesondere während der Schwangerschaft, ist unbedingt abzusehen!

Thujon? Kein Grund zur Hysterie.

Weil es immer wieder Irritationen gibt, soll auch von einem speziellen Inhaltsstoff die Rede sein, der übervorsichtige Mitmenschen vom Salbei-Verzehr fernhalten könnte. Das wäre jedoch sehr bedauerlich, deshalb der Versuch einer Versachlichung:

Salvia officinalis 'Major'Salbeiblätter enthalten neben ätherischem Öl, dessen Hauptbestandteile sortenabhängig variieren, Gerbstoffe, Bitterstoffe und andere Substanzen. Besonders ein ätherisches Öl aus der Gruppe der Terpene mit dem Namen Thujon, führt immer wieder zu Diskussionen.

Thujon, auch in Artemisia-Arten wie Wermut enthalten, ist durch den besonders in Künstlerkreisen zeitweilig kultivierten Absinthgenuss in Verruf gekommen. Im Übermaß genossen, kann Thujon Herzrasen, Krämpfe und Schwindelgefühle hervorrufen. Doch hier wie anderswo ist gut beraten, wer sich an des PARACELSUS' weise Regel hält: „Allein die Dosierung macht, dass ein Ding kein Gift sei.

Zur Beruhigung ängstlicher Naturen sei hinzu gefügt: Salbei schmeckt am besten, wenn er Hitze bekommen hat, also in Fett angebraten wird. Dadurch verliert sich der bitter-zusammenziehende Geschmack der Gerbstoffe, gleichzeitig wird der Gehalt an ätherischen Ölen (und damit an Thujon) geringer. Ängste wegen einer möglichen Überdosierung beim Kochen sind daher grundlos.

Übrigens: Der höchste Thujon-Gehalt findet sich im Dalmatinischen Salbei (Salvia officinalis ssp. major); der schmalblättrige Spanische Salbei (Salvia lavandulifolia) enthält dagegen überhaupt kein Thujon. Vorsichtigen oder besorgten Salbei-Liebhabern mag dieser Hinweis als Richtschnur bei der Sortenauswahl dienen. Lesen Sie weiter...

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