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Wer
dem gar nicht so freundlich gemeinten Rat folgt, hinzugehen, wo der Pfeffer
wächst, landet in tropischen Gefilden – dort, wo immer mehr
Reisende mit Fernweh ihren Urlaub verbringen. Die Heimat des Pfeffers
liegt in Südindien, im heutigen Bundesstaat Kerala. Von dort verbreitete
er sich nach ganz Südostasien. Die Hauptanbaugebiete liegen heute
in Indien, Sri Lanka und Indonesien. Auch in Süd- und Mittelamerika
wird Pfeffer angebaut.
Jahrhundertelang ließen sich mit dem Import von Pfeffer gute Geschäfte
machen. Pfeffer war kostbar und galt zeitweilig als bedeutendstes Wirtschaftgut
im Überseehandel. Nicht zuletzt der enormen Gewinne wegen, die in
Europa mit Pfeffer erzielt wurden (bekanntlich hießen wohlhabende
Händler „Pfeffersäcke“...), suchten die Handelsnationen
Europas beständig nach neuen Seewegen.
Heute ist Pfeffer ist in jeder Küche ein alltägliches und unverzichtbares
Würzmittel. Man
sagt ihm nach, den Eigengeschmack der Speisen zu betonen, ohne sich geschmacklich
in den Vordergrund zu drängen. Allerdings werden im Volksmund viele
Gewürze als Pfeffer bezeichnet, die – botanisch gesehen –
mit Pfeffer überhaupt nichts zu tun haben, z. B. Nelkenpfeffer, Szechuanpfeffer
oder Cayennepfeffer. Was aber ist Pfeffer? Machen wir es uns an dieser
Stelle einfach und sagen: Es gibt echten und unechten Pfeffer. Echter
Pfeffer entstammt immer den an tropischen Kletterpflanzen wachsenden Pfefferbeeren,
die in unreifem Zustand grün und mit zunehmendem Reifeprozess zuerst
rot, dann schwärzlich werden.
Je
nach Reifezustand und Bearbeitung der Pfefferbeeren entsteht aus den ursprünglich
grünen Beeren der aromatische schwarze Pfeffer. Er entstammt unreifen,
mit der Schale getrockneten Beeren. Aus reifen, geschälten Beeren
wird weißer Pfeffer, der im Allgemeinen etwas weniger aromatisch,
dafür aber schärfer ist. Die Verwendung der einen oder anderen
Sorte ist Geschmackssache. Oft wird eine Mischung verwendet, und wen dunkle
Punkte in einer hellen Saucen stören, wird vermutlich ausschließlich
weißen Pfeffer verwenden.
Grüner
Pfeffer, frisch, eingelegt in Essig oder Salzlake und auch gefriergetrocknet,
kommt in seiner ursprünglichen Farbe auf den Tisch. Er passt u.a.
zu Fleisch, wie Steaks, zu Saucen und Buttermischungen, aber auch zu frischen
Erdbeeren. Sollte das frische Produkt nicht verfügbar sein, ist die
gefriergetrocknete Variante vorzuziehen. Eingelegte Körner sollten
gespült werden, danach kommen sie direkt oder zerdrückt in die
Sauce. Den Erdbeeren würde ich allerdings die frischen Pfeffer-Beeren
gönnen.
Scharf, aber kein Pfeffer
Demgegenüber handelt es sich beim ultrascharfen Cayennepfeffer nicht
um Pfeffer, sondern um gemahlene Chilischoten
– bitte vorsichtig dosieren. Auch
der so genannte „rosa Pfeffer“, Beeren von einem tropischen
Strauch, weist äußerlich und geschmacklich allenfalls Ähnlichkeit
mit echtem Pfeffer auf. Deshalb wird er zutreffender als „Rosa Beeren“
angeboten. Sein leicht harziger Geschmack passt sehr gut zu Wild oder
Steaks und harmoniert vortrefflich mit Wacholder und Piment. Die Beeren
lassen sich leicht zerdrücken, brauchen also nicht unbedingt eine
Pfeffermühle.
Wichtig: Niemals, wirklich niemals gemahlenen Pfeffer kaufen! Wenn echter
Pfeffer seine ganze Würzkraft entfalten soll, darf er erst beim Gebrauch
gemahlen werden; eine Pfeffermühle
gehört daher unbedingt zur Grundausstattung der Küche. Sie kann
mit schwarzem Pfeffer oder einer Mischung aus schwarzem und weißem
Pfeffer gefüllt werden. Noch besser: Zweite Pfeffermühle anschaffen.
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