Chili-Öl und Olio santo

 


Nur langsam sinken die Chilischoten nach unten Zunächst die einfachste und sicherste Version für ein Chili-Öl zum Braten, das sich problemlos lange hält: Man gehe in einen Asia-Shop und kaufe ein gutes Quantum getrockneter roter Chili-Schoten. Die kleinen scharfen Vogelaugenchilis sind besonders geeignet.

Die Chili-Schoten werden etwas zerdrückt, denn so geben sie ihre Schärfe besser ab. Die Stiele werden entfernt. Dann ab damit in eine Flasche Olivenöl, die gerade soviel Platz hat, die gewünschte Menge Chili aufzunehmen. Bei mir ist das eine mindestens 5 cm hohe Lage von Chili-Schoten. (Vorsicht: Niemals mit den Chili-Fingern im Gesicht herum wischen!)

Gut durchschütteln, Flasche verschließen und dahin stellen, wo man sein Olivenöl eben aufbewahrt: kühl, möglichst dunkel, nicht im Kühlschrank. Ab und zu kontrollieren und durchschütteln, bis alle Schoten dauerhaft am Boden liegen. Das war's schon. Man kann später noch einmal Öl ergänzen. Oder Chili-Schoten.

Gebackene ChilischotenDiese Art Chili-Öl ist absolut ausreichend zur Zubereitung aller gebratenen Gerichte, die Schärfe verlangen wie das griechische Huhn. Zum Nachwürzen bei Tisch, z.B. für Pizza, Pasta oder alle Gerichte, die etwas Schärfe vertragen, sollte es allerdings etwas Besseres sein. Nicht umsonst nennen die Italiener das entsprechende Öl Olio Santo – Heiliges Öl.

So macht man Olio santo:

Chilischoten des bevorzugten Schärfegrades werden im Ofen gebacken. Wie das geht, ist bei Paprika mit Knoblauch beschrieben. Die gebackenen Chilischoten werden enthäutet Enthäutete Chilischoten in Olivenölund nach Wunsch auch von den Kernen befreit. Lässt man die Kerne in den Schoten, wird das Olio santo viel schärfer. Da Chili oft sehr dünnfleischig ist, bleibt von den Schoten nicht viel übrig. Sie wissen ja: Nicht mit den Chilifingern im Gesicht herumwischen und die Hände nach getaner Arbeit sorgfältig bürsten.

Die gebackenen, enthäuteten Chilischoten werden mit einem sehr guten Olivenöl aufgefüllt. Mit einer kleinen Flasche kommt man eine ganze Weile aus, denn das Olio santo ist wirklich höllisch scharf. Durch das Backen entwickeln die Chilis jedoch ein ganz besonderes, süßlich-aromatisches Aroma, das Sie lieben werden.

Ein Tipp zum Schluss: Nachdrücklich warne ich davor, auf schön fotografierte Empfehlungen von Würzölen mit toll aussehenden frischen Zutaten herein zu fallen. Von Schimmel bis Botulismus ist da später alles drin. Lieber die getrockneten oder ausreichend lange gebackenen Chilis verwenden: Die sehen zwar nicht ganz so dekorativ aus, erfüllen ihren Zweck jedoch überaus zufrieden stellend.

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