Märkte in Rangoon (Yangon)

 


Charakteristische StraßenszeneWo bitteschön befindet sich der Markt der burmesischen Hauptstadt Rangoon, die offiziell Yangon heißen muss? Im Zentrum. Das dürfte als Wegbeschreibung ausreichen. Ein Markt ist hier oft keine zeitlich oder räumlich begrenzte Veranstaltung, sondern selbstverständlicher Warenaustausch, wo immer sich Verkäufliches und ein Platz zum Handeln findet.

Experte für Seilbedarf aller ArtEs gibt eine Anzahl zweckgebundener Markthallen, davon sind einige, wie der Bogyoke Aung San-Markt, großzügig für eine etwas betuchte, gern auch ausländische Laufkundschaft angelegt. Edelsteine (vor allem Jade) und Schmuck sind hier zu Touristenpreisen erhältlich, Longys, die allgegenwärtigen Wickelröcke, Schuhe und natürlich alles aus dem heimischen Kunsthandwerk. In den angrenzenden Seitenstraßen wird Essbares angeboten.

...und immer wieder GewürzeIn ihrer Mehrzahl aber orientieren sich die Markthallen am Alltagsbedarf der kleinen Leute. Wir betreten die halbdunklen Speicher des Theingyi-Marktes, deren Waren sich meterhoch stapeln und wo die Wege dazwischen kaum mehr die Begegnung von zwei Menschen erlauben: Wirklich nichts für Klaustrophobische und Geruchsempfindliche! Reis- und Gewürzhändler haben hier ihre Stände, andere haben sich auf Stoffe, Farbpigmente, Seile oder Werkzeuge aller Art spezialisiert.

Ein fester Marktstand indes ist ein relativer Luxus, Betel-Zutatenden sich viele Verkäufer nicht leisten können. Den allgegenwärtigen Betel-Dealern reicht ein Karren, manchmal ein Bauchladen. Was das legale Rauschmittel ausBetelkauender Fischhändler Betelnüssen, Betelblättern und gebranntem Kalk an ihren Zähnen anrichtet, offenbaren die vielen Konsumenten überall mit ganz unbefangenem Lächeln: Erst rot, später faul.

Der einfachste Handelsplatz indes ist ein Stückchen Straße oder Gehsteig. Da lässt sich nahezu alles an die Kunden bringen, Obst und Gemüse, Fisch, nebeneinander Hühner in den Zuständen lebend, tot und gegart, Fleischstücke unbekannter Herkunft und Obst, Gemüse und Kräuter in allen erdenklichen Variationen. Selbstverständlich gibt auch ein umfängliches Sortiment an Haushaltswaren und den vielen kleinen Dingen des täglichen Bedarfs, oft selbst gemacht oder aus Plastik, quietschbunt und aus China importiert. Und: Nicht zu vergessen, ein umfängliches Angebot an Schönheitspflegemitteln. Auch in Yangon legt frau viel Wert auf die gepflegte äußere Erscheinung.

Pause im MarkttrubelMarktplätze sind Speiseplätze - und das zweifacher Hinsicht: Was essbar ist, wird verkauft, aber auch selbst verspeist. Kaum ein Stand, wo die Marktfrauen, ihre Männer und Kinder nicht gerade etwas essen. Kleine, dafür aber zahlreiche Mahlzeiten sind die Devise in vielen asiatischen Ländern, und an allen Orten wird es vorgemacht.

MelonenhändlerinSie sind hungrig geworden und möchten sich an einer der vielen Tafeln niederlassen? Kein Problem, überall werden Sie freundlich empfangen. Nur mit dem Sitzkomfort könnte es hapern, sofern Sie als Mitteleuropäer größer als - sagen wir: 130 cm sind. Die putzigen Hocker haben durchweg Miniaturformat. Da aber die Einheimischen damit keine Probleme haben und die Zahl der Touristen überschaubar ist: wozu etwas ändern?Haushaltswaren

Wer freundlich fragt, darf die Marktfrauen gern fotografieren; Männer sind da oft reservierter, die wenigen muslimischen sowieso. Wer eine Digitalkamera benutzt, zuerst die Kinder fotografiert und deren Bilder im Display den erwartungsvollen Müttern zeigt, löst in aller Regel große Freude aus und darf anschließend nach Belieben weiterknipsen. Dazu werden gern auch Marktfrauen von nebenan herbeigerufen. Bedingung: Die Fotos müssen gezeigt werden. Nichts leichter als das. Für viele Burmesen ist es immer noch etwas ganz Besonderes, ein Foto von sich zu sehen, und oft hat es uns unendlich leid getan, dass sich Digitalfotos nun einmal nicht verschenken lassen. Bei unserer nächsten Reise jedoch haben wir die Fotos mitgenommen, die Mensche besucht und die Fotos verschenkt. Die Freude darüber gehört zu unseren schönsten Reiseerlebnissen. Lesen Sie weiter...

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