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Märkte
sind bekanntlich Schaufenster der Region, nicht nur dort, wo sie in Ermangelung
von Läden unabdingbar sind. Wer etwas über Land und Leute erfahren
möchte, wird sich auf Märkten umtun. Nirgendwo ist die Wirklichkeit
eines Landes greifbarer. Wir haben durch Marktbesuche Eindrücke von
Burma (offiziell Myanmar) gewinnen können, die kein Reiseführer
vermitteln kann. Von drei Märkten möchten wir erzählen.
In Rangoon (heute Yangon) besuchten wir die ausgedehnten Märkte
auf Straßen und in den zahlreichen Markthallen. Davon sind einige,
wie der Bogyoke Aung San-Markt, großzügig für eine etwas
betuchte, gern auch ausländische Laufkundschaft angelegt. Der einfachste
und erlebnisreichste Handelsplatz indes ist ein Stückchen Straße
oder Gehsteig. 
Im 5-Tage-Turnus wechseln die Marktorte in den Dörfern rund um den
einzigartigen Inle-See im Hochland des burmesischen Shan-Staates. Hier
dienen Märkte als Versorgungsgelegenheiten für die Bewohner
der teilweise entlegenen Bergdörfer. Der Markt
in Kyauk Daing am Inle-See verschaffte uns unvergessliche Eindrücke.
Wer das lebhafte Treiben des örtlichen Marktes in der Nachbarschaft
der berühmten Pagodenfelder von Bagan kennen lernen möchte,
mietet ein Fahrrad oder lässt sich mit einem Pferdekarren ins fünf
Kilometer entfernte Nyaung-U bringen,
vorbei an der imposanten Shwezigon-Pagoge. Hier pulsiert das weitgehend
originale kleinstädtische Marktgeschehen.
Die
Märkte, um die es hier geht, weisen bei aller Unterschiedlichkeit
einige Gemeinsamkeiten auf: Zunächst wirken sie auf unerfahrene Europäer
recht unübersichtlich, viele Produkte sind unbekannt und an manchen
Stellen riecht es streng und fremd. Alles spielt sich erstaunlich ruhig
ab. Wer etwas anbietet, ist freundlich, nie aufdringlich. Kein Verkäufer
macht lautstark auf sich aufmerksam oder zupft gar am Ärmel, und
die in manchen asiatischen Ländern (zum Beispiel in Sri Lanka) weit
verbreitete Schlepper-Unsitte ist hier erfreulicherweise noch unbekannt.
An
Burma sind die großen Scharen der Asientouristen bislang vorbei
gegangen. Nur langsam öffnet sich das von einem Militärregime
regierte Land ausländischen Besuchern. Wer sich durchringt, ungeachtet
nachvollziehbarer politischer Skrupel, mangelhafter ärztlicher Versorgung,
stark eingeschränkter Verkehrsverbindungen (Ausnahme: Flüge)
und restriktiver Bestimmungen für den Besuch einiger Landesteile
Burma zu besuchen, der findet: Ein Land mit uralten Kulturzeugnissen,
mit phantastischen buddhistischen Tempelanlagen, mit spektakulären
Landschaften vom Hochgebirge bis zu tropischen Stränden. Vor allem
aber trifft er freundliche, unverfälscht liebenswürdige Bewohner,
grundehrlich und von tiefer Religiosität. Die Menschen in Burma sind
ohne jede Einschränkung das eigentliche Erlebnis einer Reise durch
Burma. Lesen Sie weiter...
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